Bericht PNP | 23. Februar 2010
Extrem im Einsatz im „X-treme“
„Jugend im Ehrenamt“: Dieter Köberl (17) hält den Jugendtreff in Röhrnbach in Schuss

Der Mischpult im Röhrnbacher Jugendtreff ist fest in seiner Hand: Dieter Köberl (17) engagiert sich dort nicht nur als DJ, sondern auch als Schriftführer, Reinigungskraft und Aufsichtsperson. (Foto: Windpassinger)
Röhrnbach. So wie dieser Jugendtreff heißt, so lässt sich auch das Engagement von Dieter Köberl (17) beschreiben. Im Jugendtreff „X-treme“ in Röhrnbach ist der Fachoberschüler extrem im Einsatz. Ehrenamtlich versteht sich. Egal ob als Schriftführer, Aufsichtsperson, Reinigungskraft oder DJ: Der junge Mann hat im Jugendtreff eine zweite Heimat gefunden und hat viel Herzblut darin investiert.
„Das ist eine der besten Entscheidungen in meinem Leben gewesen“, sagt der Röhrnbacher über die Mitgliedschaft im Jugendtreff. Als er zwölf Jahre alt war besuchte er mit Freunden eine organisierte Halloweenparty im „X-treme“. Immer wieder sei er als Gast gekommen, bis er später selbst der heute achtköpfigen Vorstandschaft angehörte. Als Schriftführer protokolliert er das Geschehen der Vorstandschaft, regelt Angelegenheiten mit GEMA und GEZ. Sein Engagement geht allerdings weit darüber hinaus.
Wenn der Jugendtreff jeden Freitag von 18 bis 24 Uhr geöffnet hat, ist meist auch der Schüler der FOS Waldkirchen mit von der Partie. Dann verkauft er Getränke und Snacks, legt die passenden Scheiben auf, spielt mit den Kindern und Jugendlichen Billard, betreut die beiden frei zur Verfügung stehenden PCs, mit denen die jungen Besucher in die virtuelle Welt eintauchen können.
„Ich komme mir vor,
als werde ich gebraucht“
„Es ist ein schönes Gefühl, für andere etwas tun zu können“, erzählt Dieter, während er mit einem Putzlappen über die Theke wischt. „Ich komme mir so vor, als werde ich gebraucht, als bin ich für etwas nützlich.“ Aktiv zu sein, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu haben und etwas auf die Beine stellen zu können sind die Beweggründe, die Dieter nennt, wenn es um das Thema Ehrenamt geht. „In der heutigen Zeit kann man auf ein Ehrenamt echt stolz sein“, meint der Röhrnbacher. „Immer weniger tun was für die Gesellschaft, so kommt es mir zumindest vor. Der Begriff Ellbogengesellschaft kommt ja nicht von irgendwo her.“
So habe die Tätigkeit als Aufsichtsperson im Jugendtreff einen „erziehenden Charakter“. Der 17-Jährige vergleicht seinen Einsatz für Kinder und Jugendliche mit einem Schritt zu einer besseren Gesellschaft. „Es ist für mich wichtig, Mitmenschen zu helfen, ohne dafür gleich etwas zu verlangen.“ Und für den Röhrnbacher Jugendtreff habe er einfach eine „kleine Passion“.
Und auch wenn die Kassenabrechnung, das Kehren des Bodens, der Abwasch, das Auffüllen des Kühlschranks oder das Aufräumen des Computerraums viel Zeit in Anspruch nehmen, bevor Dieter nach Hause gehen kann, so macht er es trotzdem gerne. Weil er mit Leidenschaft an die Sache ran geht. „Wenn man viel Herzblut rein steckt, dann macht die Arbeit so richtig Spaß“, betont der Elftklässler.
Und man bekomme im Ehrenamt auch viel zurück. „Mit der Vorstandschaft machen wir einmal im Jahr einen großen Ausflug. Letztens waren wir auf der Burg Hohenwerfen im Salzburger Land“, berichtet der Fachoberschüler, der nach der 13. Klasse Informatik oder ein naturwissenschaftliches Fach an der Uni studieren will. Und auch die Kinder bestärken ihn im Ehrenamt. „Wenn ich in ihre strahlenden Gesichter blicke, dann weiß ich, wie wichtig für sie der Jugendtreff ist.“
Discos und Kneipen
sind eine Konkurrenz
Seine Zielsetzung ist es, noch mehr Jugendliche in den Treff reinzubekommen, die Öffentlichkeitsarbeit zu erhöhen. „Es ist leider so, dass wir letztlich auch mit Discos und Kneipen konkurrieren. Und wir halten uns streng an den Jugendschutz. Schnaps gibt es nicht. Bier erst für ab 16-Jährige.“ Fußballturnier, Public Viewing zur Weltmeisterschaft, Schlittenfahren, Silvesterparty im Altenheim, Grill-, Würfel- und Poolparty, Tag der offenen Tür, Oldie-Abend oder Nikolaus-Aktion: Mit vielen Events wollen der gebürtige Perlesreuter und sein Team die Attraktivität des Jugendtreffs steigern. Sein Eifer dafür muss nicht mehr gesteigert werden. Dieter Köberl gibt immer 100 Prozent und mehr.
Seitenanfang

