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Bericht Kreisjugendring | 03. Dezember 2008


„Stehen zu diesen jungen Menschen“


KJR-Seminar für Arbeitsgemeinschaft der Jugendtreffvereine

 


Arbeiteten voller Eifer gemeinsam für eine bessere Zukunft der
Jugendtreffs: die Teilnehmer am KJR-Seminar. (Foto: Throner)

 

 

Finsterau. Ein Seminar für die Jugendtreffvereine im Landkreis veranstaltet der Kreisjugendring. Dabei wählte die Arbeitsgemeinschaft der offenen Jugendtreffs ihre neue Vorstandschaft: Erster Vorsitzender wurde Daniel Peschel vom Jugendtreff Röhrnbach, seine Stellvertreterin ist Carina Philipp vom Jugendtreff Freyung. Beide wollen in enger Zusammenarbeit mit allen Jugendtreffs im Landkreis für einen Aufschwung der Jugendarbeit sorgen.
Wieder einmal seien die Jugendtreffs im Blickfeld der Öffentlichkeit und werden als „kränkelnde“ Einrichtungen bezeichnet. „Es ist richtig, dass nicht alles so läuft, wie wir, aber auch die Verantwortlichen der Jugendtreffs, es sich wünschen,“ bemerkte Franz Throner, der als Jugendpfleger und Geschäftsführer des KJRs dieses Seminar leitete. „Genau aus diesem Grund gibt es das Seminar, dass



Viel Energie und Aufwand



einmal im Jahr gemeinsam die Probleme aufgearbeitet werden können. Es soll den Mitarbeitern der Jugendtreffs ein Forum bieten, sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten, Erfahrungen auszutauschen und Probleme zu diskutieren.“
Wie den Berichten der Jugendtreffs zu entnehmen war, organisierten sie im Jahr 2008 zum Beispiel Weihnachtsfeiern, Maibaumaufstellen, Jugenddiscos und Auftrittsmöglichkeiten für junge Nachwuchsbands oder führten für Kinder Ferienprogramme durch. Viel Energie und Aufwand sei nötig, um diese Veranstaltung zu stemmen. Und trotzdem würden sie dann manchmal mangels Teilnehmern oder Interesse ausfallen. „Bei solchen Veranstaltungen könnten sich doch die Gemeinden glücklich schätzen über Jugendliche oder junge Erwachsene, die so etwas organisieren“, meinte Armin Schmid, neuer Vorsitzender des KJR und langjähriger Vorsitzender des Jugendtreffs Waldkirchen. „Und trotzdem gibt es immer wieder Diskussionen, ob man diese ‚lästigen’ Jugendtreffs braucht.“
„Welcher andere Verein würde sich regelmäßig treffen, obwohl das Vereinslokal abgerissen werden soll und nicht klar ist, ob, wo und wann man wieder Ersatz bekommen wird?“, fragte Schmid. „Und dazu kommt noch, dass an vielen Problemen nicht die Verantwortlichen selbst schuld sind, die den Jugendtreff führen, sondern Außenstehende oder Gegner des Jugendtreffs.“
„Es ist wirklich zu bewundern“, lobte Anja Gruss , Beisitzerin im KJR und Mitarbeiterin im Jugendtreff Freyung, „mit welchem Eifer bei dem Seminar Probleme offen angesprochen und neue Ideen ausgearbeitet wurden. Und dabei wissen die Verantwortlichen natürlich nicht, ob es diesmal funktioniert.“ „Auch der Kreisjugendring hat keine Patentrezepte für all diese Fragen. Wir stehen aber zu diesen jungen Menschen und unterstützen sie, wo wir können“, ließ sich KJR-Beisitzerin Diana Haidn und langjährige Vorsitzende im Jugendtreff Schönberg nicht unterkriegen: „Wir werden die aufgetretenen Probleme offen angehen. Wir vom Kreisjugendring müssen uns natürlich fragen lassen, ob die Beratung und Unterstützung der 14- bis 25-Jährigen ausreichend war - und darüber sollte auch einmal die Politik selbstkritisch nachdenken.“
Trotz all dieser kritischen Fragen gab es auch sehr viel Positives aus den Jugendtreffs zu berichten. Es wurden neue, teilweise umfangreiche Programme für das Jahr 2009 ausgearbeitet, wie zum Beispiel vielfältige Mitarbeit an Veranstaltungen der Gemeinden.



Arbeitsgemeinschaft stärkt „Wir-Gefühl“



Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendtreffvereine wurde gegründet, damit alle Jugendtreffs ein Vertretungsrecht beim KJR haben. Außerdem bewirkt dieser Zusammenschluss nach außen, zum Beispiel gegenüber der Politik, eine Stärkung und das „Wir-Gefühl“ wird gestärkt.
„Wir wollen nicht auf die Politik schimpfen“, so Armin Schmid, „sondern wir wollen, dass Aussagen, wie ‚Die Jugend ist unser wichtigstes Gut, sie ist unsere Zukunft‘, auch Realität werden können“. Ein Lichtblick sei es, dass alle Bürgermeister den Verantwortlichen der Jugendtreffs ihre Unterstützung zugesagt haben. - mgu